Sie befinden sich hier: Regatten / Blaues Band vom Strelasund
Montag, 23.10.2017

Blaues Band vom Strelasund

Von einer kleinen zur größten Segelkutterregatta Deutschlands
oder
Nicht nur aller Anfang ist schwer

Am 29. August 1964 um 10:40 Uhr gingen erstmalig 27 Segelkutter K10 aus den damaligen Bezirken Neubrandenburg, Halle, Potsdam, Gera und der überwiegende Teil aus dem Bezirk Rostock an den Start. Der kleine Fischerort Vitte auf Hiddensee war das Ziel. Die begehrte Trophäe heißt seitdem "Blaues Band vom Strelasund".

Bis 1974 schwankte die Zahl der teilnehmenden Boote zwischen 17 und 29. Schon damals nahmen Frauen-"Mann"-schaften teil. Die Unterbringung der Sportler erfolgt auch heute noch in Zelten.

...

Größte Segelkutterregatta Deutschlands

1974 wurde der Hafen in Vitte für die stetig steigende Zahl der Segler zu klein. 35 Kutter hatten ihre Teilnahme angekündigt. Es mußte nach einem anderen Zielhafen Ausschau gehalten werden. So ging es ab diesem Jahr in östliche Richtung mit dem samstäglichen Ziel in Stahlbrode. Nach dem zweiten Wettkampf am Sonntag wurden in Stralsund die Sieger gekürt.

1988, zum 25. "Blauen Band vom Strelasund", gingen dann sage und schreibe 81 Kutter an den Start. Da sich immer mehr Mannschaften aus den alten Bundesländern und der Bundesmarine an dieser Regatta beteiligten, mußte in den letzten Jahren wiederum das Konzept der Veranstaltung geändert werden. Auch Stahlbrode war nun für den Andrang von ca. 800 Aktiven und Helfern zu klein geworden. So ist seit 1994, als der Teilnehmerrekord von 1988 egalisiert wurde, für beide Wettfahrttage Start und Ziel vor Stralsund nördlich der Mole. Bis zum Jahr 2001 konnten die Teilnehmer zwischen den Wettfahrten in einer kleinen Zeltstadt am Hansa-Gymnasium übernachten.

...

Willkommen und Abschied (oder eher umgekehrt)

Aufgrund baulicher Maßnahmen am Hansa-Gymnasium und der parallelen Veranstaltung des sogenannten Powerbootrennens, war die Durchführung der inzwischen mit Abstand größten Kuttersegelregatta Deutschlands in unserer Heimatstadt nicht mehr möglich. Trotz Stralsunds Bewerbung für die Austragung der olympischen Spiele im Segeln, schien seglerische Tradition in dieser Stadt ein Auslaufmodell zu sein. Laute, schnelle Boote im Hafenbecken und große, bunte Werbeflächen versprachen den Veranstaltern und wohl auch der Stadt viel Geld. Da kann ein gemeinnütziger Verein nicht mithalten. Will er auch nicht!

So mußten wir uns nach anderen Partnern umsehen. Und pünktlich zum 40. Jubiläum unseres Wettkampfes, fanden wir in der Marinetechnikschule Parow (bei Stralsund) freundliche Aufnahme.
Unsere neuen Gastgeber waren sehr bemüht und boten uns perfekte Voraussetzungen. Den Teilnehmern wurde eine riesige Wiese zum Zelten zur Verfügung gestellt, die Boote konnten kostenlos per Kran zu Wasser gebracht werden, die Regatta wurde zusätzlich mit Marinebarkassen begleitet und die Gastronomie war vom Feinsten, um nur einiges zu nennen.
Doch schon ein Jahr später schwante uns nicht Gutes, denn es reisten weniger Mannschaften an. Und schließlich starteten 2006 neben einigen Marinekuttern nur noch 30 Boote der ZK10er-Klasse, womit wir wieder in der ersten Hälfte der 1970er Jahre angekommen waren.

Das war sehr bitter!

...

Klar zur Wende - Re !

Viele Gespräche mit Aktiven untermauerte unsere Vermutung, daß der jähe Absturz der Teilnehmerzahl hauptsächlich auf die recht abgeschiedene Lage Parows zurückzuführen war. Viele Segler wollten sich abends noch die Stadt anschauen und durch die Hafenkneipen tingeln. Da halfen auch nicht Spanferkel am Spieß und Disco. Hinzu kam, daß der sonntägliche Regattakurs mittlerweile zu unattraktiv geworden war. Es wurde klar, daß es so nicht weitergeht. Nachdem nun bereits 2006 ein großer Dreieckskurs zwischen Parow, Stralsund und Altefähr angeboten wurde, und wir beobachten konnten, daß das Powerbootrennen in Stralsund gestorben war, kamen wir mit der Stadt überein, unsere historische Regatta auch wieder dort durchführen zu dürfen, wo 1964 der erste Startschuß fiel.

In Stralsund!

...

Marinetechnickschule Parow - DANKE

Der Abschied von den Parower Freunden fällt nicht leicht, da die Zusammenarbeit ausgezeichnet war.
( Übrigens dürfen wir uns auch glücklich schätzen, die MTS Parow als Partner für unser jährliches Kutterrudern gewonnen zu haben. )

Den "Blauen Jungs" der Marinetechnikschule Parow möchten wir hier tausend Dank sagen, für die freundliche Aufnahme und Unterstützung in jedweder Hinsicht.

Besonderer Dank gilt:

  • Kapitän zur See Brauckmann
  • Fregattenkapitän Rückert
  • Oberstabsbootsmann Moehs

Seit 1964 kämpften über 2000 Kutter und mehr als 16.000 Aktive sportlich fair um das "Blaue Band vom Strelasund".
Wir vom Seesportclub "Hanse" e.V. Stralsund sind nun seit über 40 Jahren Ausrichter dieser wunderschönen Segelkutterregatta und würden uns freuen, wenn eines Tages 100 Boote über die Startlinie segelten.

Übrigens griff 1995 die Crew unserer "Passat" mit dem zweiten Platz nur knapp an der begehrten Trophäe vorbei.

Und die Geschichte geht weiter, denn ...

NACH DER REGATTA IST VOR DER REGATTA !